Leasing und Wartung: Was deckt der Vertrag ab – und was müssen Sie selbst bezahlen?

Leasing und Wartung: Was deckt der Vertrag ab – und was müssen Sie selbst bezahlen?

Leasing ist in Deutschland längst nicht mehr nur für Unternehmen interessant – auch Privatpersonen entscheiden sich zunehmend für ein Leasingfahrzeug. Der große Vorteil: planbare Kosten und die Möglichkeit, regelmäßig ein neues Auto zu fahren. Doch wenn es um Wartung und Reparaturen geht, ist oft unklar, was im Vertrag enthalten ist und welche Kosten Sie selbst tragen müssen. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, bevor Sie unterschreiben.
Was bedeutet „Wartung inklusive“?
Viele Leasingverträge werden mit einem sogenannten Wartungs- oder Servicepaket angeboten. Dieses Paket deckt bestimmte Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung des Fahrzeugs während der Leasinglaufzeit ab. Typischerweise umfasst es:
- Inspektionen nach Herstellervorgaben
- Austausch von Verschleißteilen wie Bremsbelägen, Wischerblättern oder Glühlampen
- Motoröl, Filter und Flüssigkeiten im Rahmen der Wartung
- Arbeitskosten in autorisierten Vertragswerkstätten
Ziel ist es, das Fahrzeug in technisch einwandfreiem Zustand zu halten und unerwartete Werkstattkosten zu vermeiden. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen – denn der Umfang der Leistungen kann je nach Anbieter stark variieren.
Welche Kosten tragen Sie selbst?
Auch mit Wartungspaket bleiben einige Ausgaben, die Sie als Leasingnehmer selbst übernehmen müssen. Dazu gehören in der Regel:
- Reifen und Felgen – es sei denn, Sie haben eine separate Reifenvereinbarung abgeschlossen
- Schäden und Dellen – unabhängig davon, ob sie klein oder groß sind
- Glasschäden und Steinschläge – meist nicht im Wartungspaket enthalten
- Kraftstoff, AdBlue und Scheibenwaschflüssigkeit – normale Betriebskosten
- Verspätete Wartung – wenn Sie Inspektionen nicht rechtzeitig durchführen lassen
Am Ende der Leasingzeit wird das Fahrzeug überprüft. Dabei wird bewertet, ob der Zustand dem normalen Gebrauch entspricht. Für übermäßige Abnutzung oder nicht behobene Schäden können zusätzliche Kosten entstehen. Es lohnt sich also, das Auto sorgfältig zu behandeln und kleinere Mängel frühzeitig beheben zu lassen.
Unterschiede zwischen Privat- und Geschäftsleasing
Beim Privatleasing bleibt das Fahrzeug Eigentum der Leasinggesellschaft. Diese kümmert sich meist um Versicherung, Kfz-Steuer und Wartungspakete. Sie zahlen eine feste monatliche Rate, die viele, aber nicht alle Kosten abdeckt.
Beim Geschäftsleasing sind die Verträge oft flexibler. Unternehmen können selbst entscheiden, ob sie Wartung und Service intern organisieren oder ein Komplettpaket buchen. Wichtig ist, klar zu regeln, wer im Alltag für das Fahrzeug verantwortlich ist – der Arbeitgeber oder der Mitarbeiter.
So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen
Bevor Sie einen Leasingvertrag unterschreiben, sollten Sie:
- Den Vertrag genau lesen – insbesondere die Abschnitte zu Wartung, Rückgabe und Verschleiß.
- Nachfragen, was genau abgedeckt ist – sind z. B. Bremsen, Kupplung oder Klimaanlage eingeschlossen?
- Eine Reifenoption prüfen – besonders sinnvoll, wenn Sie viele Kilometer fahren oder saisonal wechseln.
- Servicebelege aufbewahren – sie dienen als Nachweis bei der Rückgabe.
- Das Fahrzeug regelmäßig pflegen – innen wie außen. Das kann spätere Zusatzkosten vermeiden.
Was passiert bei der Rückgabe?
Am Ende der Leasinglaufzeit wird das Fahrzeug von einem Gutachter oder der Leasinggesellschaft selbst überprüft. Dabei wird zwischen normaler und übermäßiger Abnutzung unterschieden. Kleine Kratzer oder Steinschläge gelten meist als normal, größere Schäden oder defekte Teile hingegen nicht.
Es kann sinnvoll sein, das Auto vor der Rückgabe in einer Werkstatt prüfen zu lassen. So können Sie eventuelle Mängel selbst beheben – oft günstiger, als wenn die Leasinggesellschaft dies übernimmt.
Leasing mit gutem Gefühl
Leasing kann eine komfortable und kalkulierbare Art der Fahrzeugnutzung sein – besonders, wenn Wartung und Service im Vertrag enthalten sind. Entscheidend ist, die Grenzen der Abdeckung zu kennen und die eigenen Pflichten ernst zu nehmen. Mit etwas Vorbereitung und Sorgfalt genießen Sie die Vorteile eines stets gepflegten Fahrzeugs – ohne böse Überraschungen am Ende der Laufzeit.











